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Absolut Farbmetrisches Rendering

Absolut farbmetrisches Rendering (ICC-absolute colorimetric) bedeutet eine 1:1-Übertragung aller Farben aus dem Quellfarbraum in den Zielfarbraum. Bei der Umrechnung von einem größeren in einen kleineren Farbraum werden die Farben, die außerhalb des Zielfarbraums liegen, auf dessen Hülle abgebildet (Clipping). Quellfarben, die nicht in den Zielfarbraum passen, werden also »weggeschnitten«, was bedeutet, dass diese Farben mit der nächstmöglichen Farbe im Zielfarbraum wiedergegeben werden.

Der absolut farbmetrische Rendering Intent kompensiert weder Schwarzpunkt noch Weißpunkt, das bedeutet:

Schwarz, sofern es im Quellfarbraum heller ist als im Zielfarbraum, wird in letzterem auch entsprechend hell wiedergegeben. Ist das Schwarz des Quellfarbraumes dunkler, als das des Zielfarbraumes, kann es dort nicht abgebildet werden und wird geclippt. Selbiges geschieht in einem solchen Fall auch mit allen anderen »zu dunklen« Farben des Quellfarbraums, was zu einem Verlust der Tonwertunterschiede in den dunklen Bereichen (Tiefenzeichnung) führt.

Weiß und andere helle Farbtöne des Quellfarbraumes werden bei absoluter Farbmetrik ebenfalls geclippt, wenn sie außerhalb des Zielfarbraumes liegen. Bei abweichender Chromatizität der Weißpunkte beider Farbräume führt das dazu, dass das Quell-Weiß im Zielfarbraum mit einem Farbstich (und meist zu dunkel) abgebildet wird, weil der tatsächliche Quellweißpunkt (in seiner vollen Helligkeit) im Zielfarbraum keine farbmetrische Entsprechung hat. Ist der Weißpunkt des Quellfarbraumes dunkler und chromatisch nicht zu stark abweichend von jenem des Zielfarbraumes, kann er dort korrekt abgebildet werden. Hier spricht man von einer Weißpunkt-Simulation.

Absolute Farbmetrik ist die einzig »korrekte« Abbildungsmethode. Interessant ist dieses Verfahren besonders für Digitalproofs, bei dem der Proofdrucker (in der Regel ein Tintenstrahldrucker mit 6 oder mehr Farben) ein anderes Druckverfahren (z.B. CMYK-Offsetdruck) simuliert. Durch absolut farbmetrische Wiedergabe wird sichergestellt, dass der Proof alle Farben exakt so darstellt wie das spätere Druckergebnis. Dieses Verfahren wird vor allem verwendet, wenn der Proof als Vorlage in die Druckerei gegeben wird. Da der Weißraum nicht angepasst werden darf, muss im Idealfall das Auflagenpapier als Proofpapier eingesetzt werden beziehungsweise denselben Weißgrad aufweisen. Ein zuverlässiger Proof darf kein Clipping aufweisen. Der Gamut des zu simulierenden Druckverfahrens muss deshalb vollständig innerhalb des Proofdrucker-Gamuts liegen.